Kann Flaschenfüttern genauso verbindend sein wie Stillen?

Die WHO empfiehlt Muttermilch als bevorzugte Ernährung für Säuglinge und rät zu ausschließlichem Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten. Dennoch erlebt jede Familie das Füttern anders: Manche wählen die Flasche bewusst, andere eher aus Notwendigkeit.

Vor der Geburt und während meiner Schwangerschaft hatte ich den Wunsch, Lilli zu stillen. Am Anfang war das Stillen in Ordnung, aber ziemlich schnell rissen meine Brustwarzen ein und wurden sehr wund. Um die Schmerzen zu lindern, begann ich, Stillhütchen zu verwenden. Rückblickend hätte ich wahrscheinlich nie damit anfangen sollen. Lilli gewöhnte sich an die Stillhütchen, und ich konnte sie nicht mehr davon entwöhnen. Es wurde immer schwieriger, sie zu stillen, und ich begann mir Sorgen zu machen, dass sie nicht genug Nahrung bekommen würde. Also habe ich nach 2-3 Monaten begonnen, Lilli schrittweise Babynahrung zu geben, und mit 4 Monaten war sie vollständig auf Babynahrung umgestellt.“

- Julie, Mutter von Lilli

 

In diesem Blogbeitrag besprechen wir, ob Flaschenfüttern genauso verbindend sein kann wie Stillen und wie Sie eine Bindung zu Ihrem Baby aufbauen, wenn Stillen nicht möglich ist.

Kann Flaschenfüttern genauso verbindend sein wie Stillen?

Die kurze Antwort lautet: Ja. Denn es geht um mehr als um Flasche oder Brust (1). Entscheidend ist, dass Ihr Baby satt ist und geliebt wird. Es gibt viele Wege, eine starke Bindung aufzubauen – sei es beim Stillen oder beim Füttern mit der Flasche. Ganz gleich, welchen Weg Sie gehen, das Füttern kann ein besonderer Moment der Nähe sein.

So stärken Sie die Bindung beim Füttern mit der Flasche

Das Füttern ist eine großartige Möglichkeit, eine Bindung zu Ihrem Baby aufzubauen – unabhängig davon, ob es über die Brust oder die Flasche erfolgt. So können Sie beim Flaschenfüttern eine Bindung zu Ihrem Baby aufbauen:

  • Halten Sie das Baby beim Füttern ganz nah bei sich.
  • Schauen Sie dem Baby in die Augen und halten Sie Blickkontakt.
  • Schenken Sie dem Baby Ihre Aufmerksamkeit, und nicht dem Fernseher, Computer oder Handy.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Baby – auch wenn es noch nicht antworten kann, hört es Ihnen dennoch zu.
  • Singen Sie für das Baby. Wenn Sie keine Kinderlieder oder Reime mögen, singen Sie leise eines Ihrer Lieblingslieder.
  • Halten Sie während des Fütterns die Hand des Babys. Berührungen und Hautkontakt sind wunderbare Wege, mit Ihrem Baby eine Bindung aufzubauen. Studien haben gezeigt, dass körperliche Nähe die Herzfrequenz und Atmung eines Babys stabilisieren, zu weniger Weinen führen und die Bindung der Eltern zum Baby stärken kann (2).

All dies kann dazu beitragen, dass das Baby sich geliebt, geborgen und an die fütternde Person gebunden fühlt. Das Füttern mit der Flasche kann Vätern, Partnern und anderen Familienmitgliedern zudem die Möglichkeit geben, eine aktive Rolle beim Füttern und in der Versorgung des Babys zu übernehmen, was ihre Bindung zum Kind stärkt.


Quellen

  1. Hairston et al. (2019) Mother-infant bonding is not associated with feeding type: a community study sample, in BMC Pregnancy and Childbirth volume 19, Artikelnummer: 125.
  2. Moore et al. (2012) Early skin-to-skin contact for mothers and their healthy newborn infants, in Cochrane Database Syst Rev, Band 2016.